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Zeit ist um
Roman
Der unbekannte Autor bekommt die Chance als Ghostwriter eines Ghostwriter anonymen Welterfolg zu erringen. Doch er leidet - wie viele unter uns - an den Folgen eines latent krankhaften Narzissmus. Wozu sollte anonymer Welterfolg nutzen? Bevor er diese Frage beantworten kann, ist die Sanduhr unserer realen Welt abgelaufen. Der Autor muss erkennen, dass innerer wie äußerer Verfall dazugehören, wenn man wirklich erfolgreich sein möchte ...
HIer ein kleiner Ausschnitt:
„Die steinernen Behausungen der Menschen streckten ihre von Wind und kalter Sonne gegerbten Auswüchse wie Äste eines Baumes in einen düsteren, von filigranen Seidenfäden durchzogenen Himmel. Der silberne Schein des Mondes hechelte schwindsüchtig durch die wilden Fetzen aus weißem Dunst, kraftlos war seine Stimme geworden und zu weit entfernt, um die Schatten zu vertreiben, die dem kalten Hochhaus an der 21. Straße in jeder seiner zahlreichen Nischen und Winkel innewohnten.
Ephraim bewegte sich nicht mehr in dem halbdunklen Büro, das im Geflatter des nächtlichen Lichtes wie eine gespenstische Schleuse zwischen den Welten erschien. Die tiefe Trauer wurde mit jedem Schlag eines Regentropfens gegen die Scheiben, weiter in sein blutendes Herz getrieben.
Was war das für ein Blick gewesen, den er in diesem einzigartigen Moment der Stille von Hafez aufgefangen hatte? War es ebenso eine Trauer gewesen, wie er sie empfand? Eine Trauer bei dem Gedanken, dass es so weit gekommen war, dass er wirklich von der gleichen, unheilvollen Krankheit besessen war, die er so sehr verabscheut hatte?
Mit pochendem Herzen sah Ephraim auf den schwarz glänzenden Gegenstand in seinen Händen, der ihm ebenfalls so fern erschien, als trennten ihn hunderte Kilometer vor der tödlichen Kraft, die in ihrem eisernen Gefängnis auf den Moment der Entfesslung wartete. Welchen Weg auch immer er wählen würde, Ephraim wusste, dass die Sanduhr abgelaufen war. Hier wartete diese unbändige Wut, diese Rache, die sich in seinem eigenen Bauch über lange Jahre hinweg wie ein wohlbehütetes Geschwür angesammelt hatte und forderte mit Hafez Erscheinen seinen Tribut.
Ephraim konnte seinen Verfolger atmen hören, fast war es so, als tastete Hafez dringender Herzschlag nach ihm, getrieben durch das Verlangen seines Körpers die schwitzende Beute aufzuspüren. Er wusste nicht, was ihn zu der Tür gebracht hatte, die sich plötzlich wie ein eiserner Schlund in der Unendlichkeit der grauen Mauern vor ihm auftat und seinen taumelnden Körper in das zugige Treppenhaus spuckte. Es schien ihn aufzusaugen, wie ein bedeutungsloses Staubkorn in die Höhe zu schleudern, bis sein Weg durch einen Vorhang aus wallenden Totenhemden versperrt wurde. In der Ohnmacht seines nahen Endes, sah sich Ephraim auf den göttlichen Trichter zustolpern, der ihn von allem Leid und der Nutzlosigkeit seines verpatzten Lebens befreien würde, doch es war nichts weiter als eine Absperrung aus Plastikplanen, die sein Körper durchbrach, als er auf dem vom Regen aufgeweichten Rohbau der obersten Etage niederschlug.
Er hörte die hallenden Schritte hinter sich, drehte sich auf den Rücken und sah in das dunkle, von matten Sternen erhellte Himmelszelt. Stand es dort geschrieben, dass die Geschichte hier enden musste? Es war so ein einfaches Ende, gestrickt nach dem Standartmuster einer billigen Räuberpistole und doch in seiner Komplexität einzigartig und zynisch wie nur die Realität sein konnte?
Hafez Silhouette quoll aus den schattenhaften Umrissen der fremden Umgebung, welche in Ephraims verkümmerter Wahrnehmung wie ein apokalyptischer Tempel erschien. Auf dem Gesicht seines Verfolgers erschien ein fast enttäuschter Ausdruck, als er den Feuerlöscher aus der Wandhalterung löste und auf sein am Boden liegendes Opfer blickte.
Ephraim schoss durch den Kopf, dass er noch vieles mit seinem Leben hätte anstellen können. Dass er genügend Zeit gehabt hätte, mindestens drei Kinder zu zeugen, etliche Bäume zu pflanzen und eventuell auch noch die eine oder andere gute Tat vollbracht haben könnte, doch nun erkannte er leidvoll, dass ihn die dunkle Brühe, welche er im Reservoir seines Karmakontos aufgestaut hatte aufrief, Rechnung über sein Handeln abzulegen und anzuerkennen, dass er nicht besser war als all jene, die er sein Leben lang verachtet hatte.“
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Das Wunder von Klein Gezema
Drehbuch, Kino, 90 min:
Der Bauer Emil Hummel hat das Landleben auf seinem heruntergekommenen Hof in einem einsamen Winkel der Prigniz gehörig satt. Er beschließt seine Schulden zu tilgen und verkauft seinen Betrieb an den Bürgermeister von Klein Gezema.
Doch wenig später schlägt ein Meteorit in Emils Scheune ein und tötet die letzte Kuh.
Da Emils Frau auf den Tag genau vor sieben Jahren starb und auf dem Totenbett eine seltsame Vision hatte, glaubt er, der Meteorit sei ein unheilsames Zeichen, das sein baldiges Ende einläutet. Emils Sohn Jonas hingegen glaubt, der Meteorit ist ein Geschenk Gottes, welches sie aus ihrer finanziellen Misere befreien kann.
Bevor sich die beiden aber auf ein weiteres Vorgehen einigen können, tauchen in der darauf folgenden Nacht seltsame Gestalten auf. Ein russischer Wissenschaftler, neofaschistische Drillinge und der Bürgermeister von Klein Gezema, der ein legales Recht auf den außerirdischen Stein anmeldet, versuchen mit aller Macht den Meteoriten in ihre Gewalt zu bringen. Emil, der nach und nach realisiert, dass die geheime Botschaft seiner Frau weit vielschichtiger ist, begibt sich auf eine gefahrvolle Reise ins Innerste seiner Seele, um dem Geheimnis des mystischen Gesteins auf den Grund zu gehen.






